Das Dörpsmobil im Podcast

Im Podcast „Boben op Klima- und Energiewende e.V.“ wurde kürzlich das Dörpsmobil Großenwiehe vorgestellt. Harald Dethlefs, unser 1. Vorsitzender des Vereins, berichtete im Interview, wie das Projekt funktioniert, wer dahintersteht und warum es ein Gewinn für die Gemeinde ist. Das Dörpsmobil ist ein elektrisch betriebenes Dorfgemeinschaftsauto, das von den Mitgliedern per App geteilt wird – ein Erfolgsmodell für geteilte E-Mobilität auf dem Land, das bereits 40 Mal in Schleswig-Holstein umgesetzt wurde.

Jetzt in den Podcast reinhören:


Ein Konzept mit Vorbildcharakter

Das Dörpsmobil Großenwiehe wird von einem Verein mit derzeit 63 Mitgliedern getragen. „Es ist im Grunde ein klassisches Carsharing-Angebot, aber mit dem Unterschied, dass wir es ehrenamtlich organisieren“, erklärt Dethlefs. Dadurch bleiben die Preise attraktiv – ein Vorteil, den kommerzielle Anbieter in der Region nicht bieten können.

Nutzung und Zielgruppe

Jährlich wird das Dörpsmobil für etwa 250 Fahrten genutzt. Die Mitgliederstruktur ist vielfältig: Neben regelmäßigen Nutzern („Power-Usern“) gibt es viele Unterstützer, die das Projekt ideell fördern – auch ohne es selbst zu nutzen. „Rund 50 Prozent unserer Mitglieder haben bereits ein eigenes Auto, finden die Idee aber so gut, dass sie den Verein mit ihrem Jahresbeitrag unterstützen“, so Dethlefs.

Kosten und Verfügbarkeit

Die Nutzung kostet 2,50 Euro pro Stunde, unabhängig von der gefahrenen Strecke. „Ob das günstiger ist als das eigene Auto, hängt von der Fahrt ab“, sagt Dethlefs. „Aber im Vergleich zum Bus ist es oft die preiswertere Alternative.“ Eine einfache Busfahrt nach Flensburg kostet bereits 5,50 Euro – für diesen Preis könnte man das Dörpsmobil vier Stunden nutzen.

Das Angebot steht allen Vereinsmitgliedern ab 18 Jahren offen. Besonders Familien profitieren, da es eine flexible Ergänzung zum eigenen Auto darstellt.

Einfach nachahmbar – mit Unterstützung

Dethlefs betont, dass die Gründung eines ähnlichen Projekts zwar mit bürokratischen Hürden verbunden ist, aber gut machbar sei: „Man muss sich mit Vereinsrecht und Formalitäten auseinandersetzen, aber es gibt Unterstützung.“ Die Initiative Dörpsmobil SH bietet einen Leitfaden für Interessierte und stellt Teilzeitkräfte für die Betreuung zur Verfügung.

Ergänzung zum ÖPNV

Das Dörpsmobil versteht sich nicht als Konkurrenz zum öffentlichen Nahverkehr, sondern als sinnvolle Ergänzung – besonders dort, wo Busse und Bahnen nicht hinfahren. „Für Fahrten zum Facharzt oder in benachbarte Orte, die schlecht angebunden sind, ist das Dörpsmobil ideal“, so Dethlefs.


Fazit: Ein Projekt mit Zukunft Das Dörpsmobil Großenwiehe zeigt, wie ehrenamtliches Engagement und moderne Mobilitätskonzepte den ländlichen Raum stärken können. Mit starker Rückendeckung aus der Gemeinde und einer wachsenden Zahl an Unterstützern ist das Projekt ein Vorbild für andere Regionen.


Weitere Informationen:
www.doerpsmobil-grossenwiehe.de
Kontakt: Harald Dethlefs